Dienstag, 14.6.16: San Francisco (… und der Zahn der Zeit hat Carlos Santana abgenagt)

Wir haben es geschafft!! Uns ist die Flucht von Alcatraz geglückt…

Dafür mussten wir aber auch früh aufstehen, damit wir inkl. Frühstück und Transfer rechtzeitig zur ersten Tour rüber nach Alcatraz am Pier 33 waren (zur Early Bird Tour). Allein schon die Überfahrt war das Geld wert, hat man doch auf der einen Seite die komplette Skyline der Stadt und mit einem kleinen Schwenk nach rechts die Golden Gate Bridge.

Nach kurzer Einweisung und Abholen des kostenfreien Audiosystems (in Deutsch) waren wir dann Kurzzeit-Insassen in einem Gefängnis, von dem noch heute behauptet/berichtet wird, dass eine Flucht unmöglich war. Wenn man bedenkt, dass die City gerade mal 2 km weg ist, denkt man unwillkürlich, dass es eben doch möglich sein müsste, aber das saukalte Wasser (auch im Sommer…) und die gefährliche Gezeitenströmung haben (fast) alle Fluchtversuche vereitelt. Fast > 1962 gab es eine Flucht dreier Insassen, ihre Leichen wurden nie gefunden, so dass eine geglückte Flucht doch möglich gewesen sein könnte. Kurz danach waren Fluchtversuche blödsinnig, weil: Alcatraz wurde 1963 als Gefängnis aufgegeben.

Im Zellentrakt selbst fällt vor allem die Größe der Zellen auf bzw. wie unglaublich klein sie waren und wie es mit der „Privatsphäre“ stand: offene Gitterfront bei einer Größe von 1,5 m Breite und 2,7 m Tiefe. Viel mehr als ein Bett, eine Toilette (offen einsehbar), eine Sitzmöglichkeut und eine kleine Tischplatte waren nicht möglich.

Bei den 6 Einzelzellen gab es vor allem eine Besonderheit: 23 Stunden am Tag komplette Dunkelheit!!

Der berühmteste Häftling war Al Capone, den keiner der anderen Häftlinge auch nur schief anzuschauen traute. Aber er hat sich auch mehr oder weniger selbst zugrunde gerichtet > die Syphilis hat sein Hirn aufgeweicht…

Über den zweiten relativ berühmten Häftling (Robert Strout) gibt es ja den klasse Film mit Burt Lancaster in der Rolle des Strout. Lancaster spielt ihn als einfühlsamen, nachdenklichen Menschen, der nur an seiner Vogeklkunde interessiert war (deshalb der Spitzname „Bird“). In Wahrheit muss er ein Stinkstiefel allererster Güte gewesen sein, ein berechnender, eiskalter Mörder.

Wir können den Trip nach Alcatraz wirklich empfehlen, die Audiotour ist gut aufgebaut > je vier Häftlinge und vier Aufseher bestreiten den überwiegenden Teil der Kommentare und Berichte.

Und wie der Zufall es wollte, lag doch tatsächlich „Tony’s Pizza“ auf dem Weg zu unserem nächsten Programmpunkt, also kurzer Halt inkl. nachfolgendem Espresso (na wo denn wohl: XOX truffles > wurde übrigens – so unscheinbar dieses kleine Café auch wirkt – unter die besten 10 chocolatiers der USA gewählt…).

Der zweite Tagesabschnitt gehörte dem „Mission District“, einem der älteren und auch ärmeren Viertel der Stadt. Deutlich geprägt von den Latinos sieht man hier viele spanische bzw. mexikanische Elemente. Und das Viertel ist vor allem für seine „Murals“, seine Wandmalereien bekannt.

Ausgangspunkt dafür war eine simple, soziale Aktion: zwei Künstler wollten Geld für ein Jugendzentrum sammeln und gestalteten deshalb mit den Kids einige triste Bretterzäune. Der Besitzer zahlte gerne, und schon entstanden im gesamten Viertel bunte, ausdrucksstarke, teilweise sehr großflächige Wandmalereien. Auf eines waren wir gespannt: das Carlos-Santana-Mural. Aber im Reiseführer (von 2011) stand schon, dass der Zahn der Zeit arg an dem berühmten Mural nagt. Es scheint, als habe besagter Zeit-Zahn dermaßen Karies gehabt, dass inzwischen dieses Wandbild verschwunden ist.

Interessant ist, dass im Reiseführer beschrieben ist, dass in den Straßen deutlich das niedrigere soziale Niveau ersichtlich sei. Das können wir nicht bestätigen. Wir haben sehr viele Cafés, Buchläden und kleine Krimskramsläden gesehen, Zeichen eines Grund-Wohlstands. Ich würde eher eine Wette darauf abschließen, dass es nur wenige Jahre dauern wird und der Mission District ist das neue In-Viertel > die Gentrifizierung lässt grüßen!! Die Häuser dürften derzeit noch recht günstig sein und viele sind auch renovierungsbedürftig, und der Wohnraum-Hunger der Nerds aus dem nahen Silicon Valley ist immens groß.

Und am Abend gab es noch einen Leckerbissen, auch wenn wir uns diesen bereits zum dritten Mal gönnten: die kurze Fahrt nach Marine Headlands > das ist der Bereich, von der aus man „von oben“ auf die Golden Gate Bridge schaut mit der Stadt im Hintergrund. Immer wieder beeindruckend und wunderschön.

Zum Tagesabschluss Abendessen in einem Diner, der im original 50er und 60er Jahrestil eingerichtet ist > Marika meinte, die Stühle dürften auch noch von damals sein. Ein kleiner Gag dabei: bei den meisten Plätzen gab es eine Jukebox, in denen man tatsächlich (gegen einen Vierteldollar) einen Song raussuchen konnte > der Großteil der Lieder kam natürlich aus den 50er bis zu den 80er Jahren. Meine Wahl: „Sweet home Alabama“.

Und unser heutiges Highlight ist kurz und knackig, und witzig: auf der Fahrt zum Mission District stand eine Werbung für eine Ausbildung. Und zwar eine zum: Medical Marihuana Doctor!! 😊😊

Ältere chinesische Damen beim Schattenboxen > im gegenüberliegenden Washington Square Park DIE Beschäftigung.
Ältere chinesische Damen beim Schattenboxen > im gegenüberliegenden Washington Square Park DIE Beschäftigung.
Einmal volles Panorama!!
Einmal volles Panorama!!
Und nochmals eine Prise Skyline...
Und nochmals eine Prise Skyline…
Alcatraz oder "The Rock".
Alcatraz oder „The Rock“.
Best Bridge ever...
Best Bridge ever…
Zur Abwechslung mal die Bay Bridge.
Zur Abwechslung mal die Bay Bridge.
Anlegestelle auf Alcatraz.
Anlegestelle auf Alcatraz.
Ein Zellengang, immer über 3 Etagen.
Ein Zellengang, immer über 3 Etagen.

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Nicht viel Platz in so einer Zelle...
Nicht viel Platz in so einer Zelle…
Wunderschöner Blick vom Mission Dolores Park im Mission District auf Downtown.
Wunderschöner Blick vom Mission Dolores Park im Mission District auf Downtown.
Und jetzt noch eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der Murals.
Und jetzt noch eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der Murals.

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Und jetzt noch ein paar Bilder von der schönsten Brücke der Welt.
Und jetzt noch ein paar Bilder von der schönsten Brücke der Welt.

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Jukebox am Essplatz!!
Jukebox am Essplatz!!
Kennt man so nur aus alten Filmen...
Kennt man so nur aus alten Filmen…

 

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