Samstag, 4.6.16 > Seattle (und die Adler kreisen um die Space Needle…)

Heute war ein durch und durch gemütlicher, ruhiger, sonniger Faulenzertag mit dem Ziel:“Wir lassen es uns gut gehen…“.

Früh raus Richtung Broadway, und dort alles mal mit Tageslicht gesehen > schon eine etwas andere Welt. Nicht so schrill und kurios wie noch am Vorabend, aber immer noch mit einem eigenen, lebendigen Charme…

Wir haben von den Unwettern gehört, hoffentlich ist niemand von euch betroffen. Hier sind wir von schlechtem Wetter weit entfernt! Und so lässt es sich natürlich schön bummeln, und wenn man (sprich: Marika) für 8.50 Dollar eine Jeans kriegt, will man nicht meckern…

Um die Mittagszeit runter (ist so gemeint > die Stadt hat fast so viele und auch steile Hügel wie San Francisco) zum Seattle Center und dort auf die Wiese neben der Space Needle gelegt. Irgendwie war dort ein Treiben, mit vielen Familien mit ihren Kids, Straßenkünstler, Zelten mit Snacks aus aller Herren und Mütter Länder, und auch Live-Musik (siehe heutiger Höhepunkt…).

Für den Nachmittag hatten wir Karten für das IMAX-Kino im Pacific Science Center für einen 3-D-Film über die amerikanischen Nationalparks. Unsere Erwartung, dass nun ein Doku-Film mit Unterrichtscharakter kommt, wurde zum Glück enttäuscht > der Film war einfach klasse aufgemacht. Anhand einer Gruppe von drei Personen, einem Ranger (und professionellen Kletterer), und einem jungen sportlichen Pärchen (ebenfalls Climber) wurden die Highlights, vor allem natürlich die unglaubliche Schönheit dieser Parks anhand der Erkundungs- und Kletter- bzw. Mountainbiketouren der drei dargestellt.

Und es wurde (mal wieder) deutlich, wie viel von einzelnen Menschen und ihren Entscheidungen abhängen kann > der Film erzählt, wie es überhaupt zur Gründung der Nationalparks kam. John Muir (der Erforscher des Yosemitegebietes und eigentlich der erste „Ranger“ weltweit😀😀) hatte den damaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt in den Yosemite eingeladen. Roosevelt hatte kurz zuvor sowohl Frau als auch Tochter am selben Tag jeweils durch Krankheiten verloren, und damit – wie er es selbst ausdrückte – auch das Licht in seinem Leben verloren. John Muir wanderte und übernachtete drei Tage mit Roosevelt im Yosemite, und Roosevelt „fand das Licht wieder“…

Heute umfasst die Gesamtfläche der US-Nationalparks mehr als das Dreifache der Fläche Großbritanniens!! Für uns war interessant, dass wir die meisten (gezeigten) Parks kannten, und es deshalb mehrere Sätze mit dem Anfang „weißt du noch damals im…“ gab.

Danach in die benachbarte Bill and Melinda Gates Foundation. Es gibt hier ein eigenes Visitor Center mit den wichtigsten Infos zur Gates-Stiftung. Die Gates haben über 26 Milliarden (!!) eigenes Geld reingesteckt, und inzwischen hat Warren Buffet, der bekannte Investor, aus seinem Sack 30 Milliarden beigesteuert. Und im Visitor Center wurde dargelegt, was mit dem Geld gemacht wird. Inzwischen verfügt die Stiftung über ein umfangreiches Netz an Partnerorganisationen vor Ort > Grundsatz ist: vor Ort Lösungen und Produkte entwickeln. Egal, ob es um reines Wasser oder um Kleinkredite / Zugang zu Banken oder um Saatgut oder um Bildung oder um Impfungen oder um Moskitonetze geht (täglich sterben 2.300 Kinder an Malaria!!), es geht immer auch darum, vernetzt zu denken und zu handeln. Saatgut reicht nicht aus, wenn gleichzeitig die Familie erkrankt und man zudem keinen Zugang zum Markt hat.

Aber auch Projekte vor der eigenen Haustür werden unterstützt, z.b. dass ein Abrutschen junger Familien in die Obdachlosigkeit (großes Problem in den USA) vermieden wird.

Richtig interessant war eine Zahl: früher gab es pro thailändischer Frau 6 Kinder. Mit Gesundheitsversorgung im Kindesalter (und damit Senkung der Kindersterblichkeit) und Bildung kommen heute nur noch knapp 2 Kinder auf eine Mutter > ein sehr gutes Argument gegen die These, dass Hilfe in den Entwicklungsländern nur zur weiteren Bevölkerungsexplosion führen würde.

Ich meckere ja gerne gegen Microsoft, aber wenn man sieht, was da unterstützt wird (und auch mit Daten belegt wird), dann kann ich nur sagen: Chapeau, Familie Gates!!

Und jetzt sitzen wir bei einem kalifornischen Riesling (trinkbar…) und genießen den Abend.

Unser heutiges Highlight hat mit der Live-Musik an der Space Needle zu tun > es wurde die erste Band angekündigte (6 Männer um die 40-50), sie stimmten die Instrumente und führten den Soundcheck durch. Marika tippte darauf, dass sie uns gleich mit Free-Jazz verjagen werden, mein Tipp (Punk oder Grunge) konnte wegen des Alters der Musiker eh gleich verworfen werden…

Erstes Lied: „Here comes the sun“ von den Beatles. Schon mal richtig gut, auch wenn man ins Sinnieren kommt, dass sie (die Sonne) ja schon seit Stunden da war…

Aber dann – Stichwort Highlight – das zweite Lied: unser beider Musikgeschmack ist derart unterschiedlich, aber trotzdem gibt es einige wenige Lieder, die wir beide gerne hören, und eines hat es bei uns beiden in die Kategorie „Meine Lieblings-Lieder“ geschafft, und das haben die Jungs auch richtig gut dargeboten: „New kid in town“ von den „Eagles“. Wir waren bis zur letzten Zeile textsicher und gingen danach – es lief inzwischen auch „If you leave me now“ (was wir ja auch gerade taten, nämlich die Musik verlassen…😀😀) – ins IMAX-Kino > so geht Samstag!!

Morgen ist unser vierter und letzter (voller) Tag in Seattle, und wir haben noch ein (gemütliches) Programm > wir freuen uns!!

Marika und Alexander

Die einen haben Gartenzwerge, die anderen stellen sich einen Flamingo in den Vorgarten.
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Eine Kirche am Broadway wirbt für Toleranz > gegenüber Moslems, und auch gegenüber Schwulen und Lesben ("Come als you are")
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Man braucht eigentlich nur wenig, damit Kinder richtig Spaß haben: Sonne und Wasser.
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