9. Tag, 3.6.16 > Seattle (Zeus ist ein Idiot und Lionel Ritchie fährt Bus…)

Der Tag hat für uns mit einem Wow-Erlebnis begonnen > nachdem wir beim Aufstehen gesehen haben, dass strahlend blauer Himmel ist, sind wir direkt zum Columbia-Tower gefahren, dem höchsten Wolkenkratzer der Stadt. In der 73. Etage gibt es einen „Sky-Overlook“ > 360 Grad Rundum-Sicht, gigantisch!! Wir hoffen, die Bilder können ein wenig von diesem optischen Genuss wiedergeben.

Danach Bummel quer durch die City zum Seattle Center, wo es gleich mehrere Attraktionen gibt > die Seattle-Needle, das EMP (Museum of Music, Sci-Fi and Pop Culture), ein Glasbläser-Museum mit dazu gehörendem Kunst-Garten und weiß der Geier was noch alles…

Also zuerst ins EMP, und hier konnte ich Marika sogar überreden, in die Sonderausstellung zu „Star Treck“ reinzugehen!! (ist an sich schon ein Liebesbeweis…). Diese war übrigens recht lustig, es gab viele Ahas, Erinnerungen an die Jugendzeit, als Raumschiff Enterprise in Deutschland lief. Und eine Sache war richtig interessant: Lieutenant Uhura (meine Lieblingsfigur) war nach einem Jahr in der Serie ausgestiegen und wurde von Martin Luther King persönlich (!!!) überredet weiterzumachen > sie sei ein wichtiges Role Model / Vorbild für die schwarzen Frauen…

Zweite Abteilung war der Bereich Sci-Fi, mit ururalten Filmen aus den 30ern ( King Kong)  bis zu den heutigen Filmen wie Alien.

Nächste Abteilung: Horror-Filme. Hier waren vor allem die Requisiten aus bekannten Horrorfilmen oder auch das Making-of von „Thriller“ interessant.

Vierte Abteilung: Jimi Hendrix, Sohn der Stadt Seattle. Leider nur mit einem großen Raum gewürdigt, eigentlich zu wenig, v.a. auch im Vergleich zur Ankündigung… Trotzdem ein paar interessante Sachen dabei > Original-Konzertklamotten, Textnotizen zu Liedern, und: er hat täglich Tagebuch geschrieben!!

In der nächsten Abteilung könnte man sich an allen möglichen Instrumenten ausprobieren, mir hat der Bass schon gereicht…

Alles in allem ganz lustig, aber irgendwie haben wir beide das Konzept nicht verstanden > was verbindet Star Treck mit Horrorfilmen und mit Jimi Hendrix und mit den Seattle Seahawks (Football) ?? Vermutlich hat hier Paul Allen (Mitbegründer von Microsoft und Milliardär, der Initiator und Finanzier des Museums) nur einfach seine Hobbys unter einem Dach vereinen wollen…

Kurz gestärkt, an den „Sonic Blooms“ vorbei (Gasfibergebilde, die beim Vorbeigehen durch die Bewegung Töne produzieren, Sonic = Schall), und dann runter an die Waterfront zum Olympic Sculpture Garden mit ein paar interessanten Skulpturen. Vor allem die Darstellung der Nymphe „Echo“ ist gelungen ( ihr wurde von Zeus zur Strafe für Ihr Widerreden das Sprechen verboten, sie darf nur noch die letzten Worte der anderen wiederholen. Zeus war schon ein richtiges A………).

Abends wieder in die Stadt, in DAS Ausgehviertel (Broadway, Pine und Pike Street), zuerst in einer der vielen Mini-Brauereien gegessen und natürlich ein Bier gezischt, dann den Broadway rauf und runter > das reinste Halli-Galli!! Schwulen, Lesben, Transsexuelle, Heteros und wahrscheinlich auch ein paar Aliens (optisch zumindest…). Bei einem Club waren die Fenster blickdicht  zugehängt, damit man nicht reinschauen konnte. Und drinnen ging wohl der Punk ab > eine Platte mit Cher lief, und ein Gekreische!!! Laut Marika ist bei der Gay-Comunity in den USA Cher das, was Marianne Rosenberg in Deutschland ist.

Und unsere kleinen Highlights heute? Es gab gleich mehrere heute, und zwar:

1.) In der Brauerei „Elysian Brewing“ mussten wir ja erstmal ein Bier bestellen. Marika wählte „Saison Poivre“, und in der Beschreibung stand auch, dass schwarze, weiße, grüne und rote Pfefferkörner am Ende des Brauvorgangs beigegeben wurden > und es schmeckte auch wirklich „im Abgang“ pfeffrig!! Und mein Bier hieß „Zephyrus Pilsner“, und die Beschreibung war schon allein das Geld wert: „Der freundlichste der Waldgötter verkörpert den Westwind, der über die elysischen Felder weht.“ Ich habs gegoogelt und es stimmt > bei Wikipedia stand: „Zephyr ist eine Windgottheit aus der griechischen Mythologie, die den milden Westwind verkörpert. In der Antike als Frühlingsbote und „Reifer der Saaten“ verehrt.“

Normalerweise käme jetzt hier der Spruch mit dem „Macht was draus“, aber wir haben ja noch zwei Highlights:

2.) Beim Bummeln auf dem Broadway kommen wir an einem Plattenladen vorbei. Ich vermute, dass Marika durch zu viele der Marihuana-Wolken gelaufen ist und komplett high war, anders kann ich mir ihr „Geh ruhig rein…“ nicht erklären. Es war nicht die allergrößte Plattensammlung, aber eine exquisite; es gab sogar krachneue Sachen, aber natürlich vor allem vieles aus den 60er und 70er Jahren. Die Hälfte der Bands habe ich nicht gekannt. Und dann -Marika hat mich noch drauf gestoßen- eine Platte von James Taylor > das Cover mir komplett unbekannt, er mit einem Bubi-Gesicht auf der Platte, könnte also seine erste Platte sein, in Deutschland habe ich sie jedenfalls noch nie gesehen > ein Schatz!! (Mein Ssschatz, Gollum geben Platte nie mehr her…)

3.) Und das schönste Highlight kam gleich zu Beginn des Tages. Wir steigen in den Bus nach Downtown, und nach zwei Stationen steigt Lionel Ritchie ein – hunder Prozent!! Gut, nachdem niemand von ihm ein Autogramm wollte, dämmerte uns, dass es entweder sein Zwillingsbruder oder ein Double war. Und danach kam das eigentlich Schöne: schon beim Einsteigen in den Bus fiel uns ein junger Mann auf: ziemlich heruntergekommen, auf dem Sitz kauernd, seine Wolldecken schützend vor sich haltend. Kurz nach Lionel Ritchies Zustieg stiegen an einer Haltestelle mehrere Leute ein, als Letzter ein etwa Mitte bis Ende 30 Jahre alter Latino. Als er den jungen Mann sah, griff er in die Tasche, nahm ein Twix heraus und gab es dem jungen Mann, vollkommen unaufgeregt, eher beiläufig im Vorbeigehen. Der junge Mann hatte in Nullkommanix den Snack aufgemacht und verschlungen. So kann Amerika auch sein!!

Wir wünschen euch ein schönes Wochenende!!

Marika und Alexander

Seattle von oben, vom Columbia Tower.
Seattle von oben, vom Columbia Tower aus.
Lake Washington, mit einer schwimmenden Brücke.
Lake Washington, mit einer schwimmenden Brücke.
Downtown Seattle von ziemlich weit Uptown...
Downtown Seattle von ziemlich weit Uptown…
Links der Puget Sound, unten Downtown und Waterfront.
Links der Puget Sound, unten Downtown und Waterfront.
Im Hintergrund sieht man den Mount Rainier, immerhin 4.400 m hoch.
Im Hintergrund sieht man den Mount Rainier, immerhin 4.400 m hoch.
In der Kommandozentrale der Enterprise.
In der Kommandozentrale der Enterprise.
Der Terminator...
Der Terminator…
Ein Modell des Sonnensystems mit allen Planeten, hier mit schöner Sicht auf Arabien.
Ein Modell des Sonnensystems mit allen Planeten, hier mit schöner Sicht auf Arabien.
Konzertflügel von Jimi.
Konzertklamotten  von Jimi.
Der Bass beherrschte mich, nicht umgekehrt...
Der Bass beherrschte mich, nicht umgekehrt…
Die Sonic Blooms.
Die Sonic Blooms.
Und mal wieder die Space-Needle.
Und mal wieder die Space-Needle.
Im Hintergrund Bainbridge Island.
Im Hintergrund Bainbridge Island.
Am Horizont die Berge des Olympic National Parks.
Am Horizont die Berge des Olympic National Parks.
Die Nymphe "Echo".
Die Nymphe „Echo“.
Unser Häuschen...
Unser Häuschen…
Man sieht, wir sind im Gay-Viertel, selbst die Zebrastreifen sind im Regenbogenmuster...
Man sieht, wir sind im Gay-Viertel, selbst die Zebrastreifen sind im Regenbogenmuster…
Ich bin länger als Jimi, aber er war größer...
Ich bin länger als Jimi, aber er war größer…
Witzig > überall auf dem Broadway waren die Tanzschritte der wichtigsten Tänze im Boden eingefügt.
Witzig > überall auf dem Broadway waren die Tanzschritte der wichtigsten Tänze im Boden eingefügt, hier der Tango.
Auch am Broadway > da wird halt abends um 22.00 Uhr noch Baseball gespielt.
Auch am Broadway > da wird halt abends um 22.00 Uhr noch Baseball gespielt.