4. Tag: Kings Canyon N.P. (über Singer-Nähmaschinen, Espresso for free und die Ehrfurcht vor uralten Lebewesen)

Kurzer Ortswechsel: vom Sequoia N.P: zum Kings Canyon N.P., beide Parks gehen direkt ineinander über, und man kann durch den Sequoia in den Kings Canyon fahren, aber: erstens wollte ich den Koffer vorher im gebuchten Bed and Breakfast abstellen, und zweitens sagte das Navi, dass der Weg „Außenrum“ eh schneller sei, also: durch die östlichen Ausläufer des San Joaquin Valley gefahren, Meilen um Meilen durch Plantagen, und zwar: Limetten und Oliven. Die Oliven waren fast so groß wie kleine Zwetschgen – wie so ziemlich alles bei den Amis eben xxl ist.

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Unterwegs diesen Plymouth gesehen („For sale“), ich hätte ihn zwar gerne mitgenommen, passt aber nicht zur 23-kg-Begrenzung bei der Lufthansa…

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Und dann problemlos (dank Navi) das „Branded Calf“ gefunden, ein privates Bed and Breakfast, eine kleine Ranch ein paar Meilen abseits der Hauptzugangsstraße zum Canyon. Und das erste, was ich beim Reinkommen in das seeeehr große Wohnzimmer sah, waren: Singer Nähmaschinen. Conny, die Besitzerin, erzählte, dass sie hier noch 3 habe, aber die richtig alten Singer von ihrer Großmutter und ihre Urgroßmutter, auf denen sie als 8-jährige gelernt habe zu nähen, habe sie in Museum gegeben. Und nebenbei hat sie auch noch eine uralte Remington Schreibmaschine, und – kaum zu glauben, aber wahr – ein Telefon, mit dem sie selbst als Schulkind noch telefonierte!!

Das "Branded Calf".
Das „Branded Calf“.

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Damit hat Conny tatsächlich noch telefoniert!!
Damit hat Conny tatsächlich noch telefoniert!!

Mein Ziel war ja eigentlich, im Kings Canyon heute noch den Trail zu den „Mist Falls“ zu machen, aber erstens bin in einem „unfertigen Café“ hängengeblieben (dazu mehr unter „Highlight des Tages“), und andererseits war bei der Einfahrt zum Kings Canyon ein Riesen-Stau > es ist ein langes Wochenende (am Montag ist Labor-Day und damit Feiertag), und es ist das letzte Ferien-Wochenende. Und so kam ich erst um 14.00 Uhr am Trailhead an, und bei einer 15 km-Wanderung war das dann doch zu spät, zumal ich auf dem Rückweg noch zum „General Grant Grove“ mit den Sequoien wollte.

Nach dem Park-Eingang kommt man über die Bergkette und hat das volle Canyon-Panorama, ich hoffe, es kommt auf dem Foto gut raus.

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Je mehr ich in den Canyon reinfuhr, umso stärker wurden aber auch die Wunden der Waldbrände deutlich: auf der einen Straßenseite alles okay, auf der anderen alles abgebrannt; die Straße war hier wohl die Barriere.

Der gesamte Hang > alles abgebrannt!!
Der gesamte Hang > alles abgebrannt!!

Aber: trotzdem Rucksack gepackt und losgelaufen Richtung „Mist Falls“, immer am Kings River entlang, ziemlich gemütlich zu laufen, und die nachfolgenden Bilder geben hoffentlich einen schönen Eindruck davon:

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Auf dem Rückweg Halt gemacht am „General Grant Grove“, neben dem Sequioa N.P. die zweitgrößte Ansammlung an Sequoia-Bäumen, und mit dem „General Grant Tree“ den dicksten (nicht der höchste, nicht der älteste > er hat „nur“ 1.700 Jahre auf dem Buckel; oder muss es heißen: „auf der Rinde“…?). Das Interessante hier ist, dass es eine sehr hohe Anzahl an richtig dicken und alten Sequoien gibt, „Monarchen“ genannt. Ich war ja 1991 schon mal hier, aber dieses Mal konnte ich es irgendwie mehr würdigen, ich stand vor diesen Apparillos und hatte diese Mischung aus Demut und Ehrfurcht in mir, und das will bei so ’nem Hobby-Egozentriker wie mir schon was heißen…😁

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Und auf dem Rückweg wieder herrliche Ausblicke ins Land, man könnte alle paar Meilen stehen bleiben und Fotos machen…

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Conny empfahl mir zum Abendessen das „Twin Valleys Restaurant“ in Dunlap, ein paar Meilen weg (hier muss man ALLES mit dem Auto machen…), und so sitze ich hier, warte auf mein Steak und schreibe am Blog > es gibt nicht sooo viele schönere Dinge und Momente, die man haben kann… (okay, es wäre viiiiiel schöner, wenn Marika noch mit hier dabei wäre!!!).

Und das Highlight des Tages?

… ist mir auf dem Weg in den Kings Canyon passiert. Ich dachte, ich genehmige mir vor der Tour noch einen Espresso, und – zack – kam ein kleines Café auf der rechten Seite in Sicht. Ich geparkt, steige aus, und sehe dann, dass in der Eingangstüre ein Schild mit dem Hinweis war, dass dieses Café erst am Entstehen ist. Als ich schon gehen wollte, geht die Tür auf, ein Mann (Bruce) fragt mich, was ich möchte, und ich sagte einfach und ehrlich: „einen Espresso“, und er meinte, dann solle ich doch reinkommen. Drinnen alles noch im Entstehungs-Modus, sie sind schon recht weit damit, und heute sei der Bau der Theke dran. Die beiden Damen (Mimi und Nick) fragten dann, womit sie mir dienen könnten, und auf die Order „ein Espresso und eine Coke“ wurde sofort reagiert > das Café wäre zwar noch nicht eröffnet, aber es wäre trotzdem okay.

Es kam der Espresso (sehr gut!!), es kam die Coke, und zusätzlich ein Stück Kuchen mit ungefähr 3.000 Kalorien, und wir redeten (soweit es mit meinen Englisch-Kenntnissen halt so ging) über Gott und die Welt, was ich so mache, dass Mimis beste Freundin eigentlich aus Hildesheim kommt, warum meine Frau nicht mit dabei sei, wieviel Urlaub eine Selbstständiger aus Deutschland so habe, und überhaupt… Ich fragte, wann sie eröffnen wollen > nächsten Monat. Ich: „NACH der Saison??“, Bruce: „Wir fangen langsam an und starten dann durch…“.

Und als ich mich dann auf den Weg machen und bezahlen wollte, und fragte: „Cash oder Credit card?“, kam die Antwort: „No, thanks for your visit, we will be glad, if you’ll come back some day!“

Deshalb jetzt wieder die Abteilung „Wenn ihr mal….“ > wenn ihr mal zum Kings Canyon fahrt, und kommt am „Clingans Junction Café“ vorbei > reingehen, ganz liebe Grüße von mir ausrichten , und so viel euer Magen fassen kann, konsumieren…😁😁

Mimi, Nick und Bruce vom "Clingans Junction Café"
Mimi, Nick und Bruce vom „Clingans Junction Café“

 

 

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