5. Tag: Yosemite Valley und Mariposa (über rosarote Wälder, T-Rex und was mein Boss so meint zu soviel Urlaub…)

Mit der Sonne aufgestanden, in der Küche hat Hop-Sing das Frühstück vorbereitet, Ben kochte den Kaffee, Little Joe war draußen die Pferde füttern, und Hoss, naja, was soll ich zu Hoss noch sagen, ihr kennt ihn ja und wisst, wie er ist…

Am Frühstückstisch saßen 5 Nationen (ohne Connie) > Inder, Italiener, Engländer, Russen und ein Deutscher. Die Inder wohnen in der Nähe von San Francisco und verbringen das Labor-Day-Wochenende hier. Mit der Mutter gab es ein typisch amerikanisches Gespräch > woher ich komme, was ich beruflich mache, wie das mit Schwangerschaftsurlaub in Deutschland wäre usw. usw.; und als sie hörte, dass ich im Februar schon mal mit Marika hier war, und jetzt wieder drei Wochen, da meinte sie: „So viel Urlaub?? Bei uns in Indien gibt es anfangs zwei Wochen, mehr nicht. Was sagt denn eigentlich Ihr Boss dazu, dass Sie soviel Urlaub machen?“. Als ich kurz Sonjas und meine Philosophie erklärte, dass wir von Anfang an der Meinung waren, dass Urlaub wichtig ist bei so einem Job, meinte sie, dass es zwischen der Länge des Urlaubs und der Qualität der Arbeit einen engen Zusammenhang gäbe > stimmt!!

Abschied von Connie nach dem "internationalen Frühstück".
Abschied von Connie nach dem „internationalen Frühstück“.

Der Weg vom Kings Canyon zum Yosemite Park war kurzweilig, aber auch sehr deprimierend > ich bin zwischen Oakhurst und dem Südeingang des Parks an Stellen entlang gefahren, wo das Ferguson-Feuer gewütet hatte.

An einigen Stellen war links von der Straße alles abgebrannt, und rechts war alles rosarot, als hätte jemand mit einer riesigen Spraydose alles in pink eingesprüht > offensichtlich hat hier der Forest Fire Service irgendwas eingesetzt, damit das Feuer nicht übergreift, denn überall dort, wo es so rosa war, war nix verbrannt (ich konnte von den rosa Stellen leider keine Fotos machen…).

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Und im Valley? Da war die Hölle los!! Soviel Betrieb habe ich hier noch nie erlebt, aber wie Irene (die Besitzerin der Unterkunft in Mariposa) meinte: „Was hast Du erwartet? Es ist Labor-Day-Weekend!“. Ich habe erfolglos einen Parkplatz gesucht, konnte aber wenigstens schon mal das Ticket für den Shuttle zum Glacier Point ergattern (für Mittwoch), und der Ranger meinte, dass ab morgen wieder etwas mehr Ruhe herrsche. Und neben dem Feiertagswochenende müsse man auch bedenken, dass der Park mitten in der Hoch-Ferienzeit wegen der Waldbrände drei Wochen zu war und jetzt alle auf einmal kämen…

Ich hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass neben Menschen aller Nationalitäten auch Dinosaurier den Park bevölkern!! Jedenfalls habe ich unterwegs einen (naja, waschecht kann man ihn nicht nennen…) T-Rex getroffen. Ich habe aber nicht herausgefunden, was der Hintergrund war.

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Es gab noch nicht einmal mehr Bikes zum ausleihen, also ging es wieder zu Fuß, von der Yosemite Lodge zum El Capitan, der 1 km hohen Granitwand, bei den Climbern weltberühmt. Wer mal nicht weiß, was er/sie an einem Schlecht-Wetter-Tag anstellen soll > den Film „Am Limit“ anschauen. Es geht um die „Huber-Buam“, und wie sie vor Jahren versucht haben, den Rekord zu brechen > 2004 haben sie ihren eigenen Rekord auf 1:51:34 Std. gedrückt > für einen Kilometer senkrecht die Wand hoch!!! Da kenne ich einige, die das noch nicht einmal beim Geradeaus-Gehen schaffen…😁😁.

Jedenfalls steht man immer wieder vor der Wand und versucht, die Kletterer zu sehen. Und mit bloßem Auge sieht man sie einfach nicht, erst wenn man mit dem Zoom die Climber erfasst und weiß, wo man genau hinschauen muss, sieht man sie. Und erst dann erkennt man, wie riesig diese Wand ist.

Oder man macht es wie ich: man bringt das Fernrohr der Schwiegermutter mit! Es waren 2 Kletterpaare in der Wand, zumindest einen habe ich halbwegs gut getroffen (Das Felsteil, in dem der Kletterer sich bewegt, ist auf der Gesamtwand ein kleines Fitzel-Eckchen…).

Ein Climber in der El Capitan-Wand.
Ein Climber in der El Capitan-Wand.

Und hier noch ein paar Eindrücke aus dem Valley:

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Ich habe mich dann entschlossen, in aller Seelenruhe nach Mariposa zu zockeln, wo für die nächste Woche meine Unterkunft ist. Und es ist eine richtig große, gut ausgestattete Ferienwohnung mit großer Küche und allem Pipapo. Und zu dem Pipapo gehören die Punkte, die mein heutiges „Highlight“ ausmachen (ich sollte eher „Gag“ sagen…): die Ferienwohnung war nämlich ganz „in Bär“ eingerichtet!! Alle Tischdecken, alle Tagesdecken: mit Bärenmotiven, es gibt bestimmt 30 Skulpturen, Bilder, Nippes-Figuren > alles „in Bär“; selbst der Badvorleger, der Salz-/Pfefferstreuer, sogar die Lampenschirme haben Bärenmotive!!!

Und das Passwort für’s WLan heißt:“MAMABEARISWATCHING“.

Und als Gipfel: zur Begrüßung offeriert ein (na was wohl…) Bär > Haribo GOLDBÄREN !!!!!

Hier sind die Beweise:

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Ich weiß, ich weiß, ich habe die letzten Tage rumgejammert, dass ich bis jetzt noch keine Bären gesehen habe, aber ich meinte doch ECHTE !!!

Die Inderin von heute morgen bei Connie würde jetzt wohl sagen:“Das ist der Preis, den man für soviel Urlaub zahlen muss!“ Hat wahrscheinlich was mit Buddhismus oder Taoismus zu tun oder so was in der Art…😁

Morgen geht es hoch nach Tuolumne Meadow, der Hochebene über dem Yosemite Valley und die Tioga Road lang, die über den Gebirgszug führt; ich entscheide mich nachher, welche Wanderung ich morgen mache > große Vorfreude!!!

1 Gedanke zu „5. Tag: Yosemite Valley und Mariposa (über rosarote Wälder, T-Rex und was mein Boss so meint zu soviel Urlaub…)“

  1. Hallo Alexander,
    wir staunen immer wieder, wie du jeden Tag kleinen Erlebnise mit Menschen die deinen Reiseweg kreuzten beschreibst, ganz großes Kino!!
    Wir freuen uns auf deinen nächsten Reisetag mit einem weiteren tollen Reisebericht mit Fotos,
    Viele liebe Grüße
    Bernd & Gisi
    (Denke an die Bärenfotos, die Echten) 🙂

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