11.9.18 (14. Tag): Lassen Volcanic Park – Mount Shasta („Sorry, we’re stoned…“)

Tja, nach fast zwei wunderschönen Wochen musste ja auch mal ein ernüchternder Tag kommen, und der war heute…

Angefangen hat es gut > schönes Frühstück in Chester, Aufbruch Richtung Mount Shasta, drei Stunden Fahrt wieder nur durch Wälder, und noch einmal Blick zurück zu meinem gestrigen Ziel, dem Lassen Peak:

Blick zurück "im Guten": der Lassen Peak.
Blick zurück „im Guten“: der Lassen Peak.

Je näher ich an Redding und den Mount Shasta komme, umso mehr häufen sich die Feuerwehrautos, und das nicht ohne Grund: die Gegend um Redding war vor 4-6 Wochen am stärksten betroffen von den Waldbränden, und das merkte man an einzelnen Abschnitten entlang der Straße:

Vielleicht gar nicht so schlecht, dass nicht richtig rauskommt, WIE verbrannt hier alles ist...
Vielleicht gar nicht so schlecht, dass nicht richtig rauskommt, WIE verbrannt hier alles ist…

Mittags Halt in dem kleinen Örtchen McCloud, in einem klasse Café. Neben einem guten Espresso gab es 3 Spitzen-Poster / Bilder / Sprüche:

So kann man auch die Eltern dazu bringen, auf ihre Kids aufzupassen😁
So kann man auch die Eltern dazu bringen, auf ihre Kids aufzupassen😁
Starbucks mag man nicht sooo; aber wenn man ehrlich ist > sie machen den besten Kaffee...
Starbucks mag man nicht sooo; aber wenn man ehrlich ist > sie machen den besten Kaffee…
Und der Beste: "Ich bin dankbar, dass meine Gedanken nicht hörbar sind." 😁😁
Und der Beste: „Ich bin dankbar, dass meine Gedanken nicht hörbar sind.“ 😁😁

Bis dahin war ich also wohlgelaunt und bin an meinen Zielort gefahren > Weed; 3.000 Einwohner, am Fuße des Mount Shasta gelegen. Dazu muss man wissen, dass „Weed“ der amerikanische Slangausdruck für Gras / Marihuana ist, und das wird hier – natürlich – zelebriert, man muss ja seinem Namen alle Ehre machen. Und das ist ja soweit auch witzig…

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Wenn man dann aber durch den Ort läuft, und sieht, dass über die Hälfte (!!!) aller Geschäfte und Büros dicht sind, leer und kahl sind, und es viele deutlich arme Wohnhäuser gibt, dann denkt man irgendwann: das kann man hier nur dauer-stoned aushalten (auch wenn ich jetzt dem Ort unrecht tue…). Der Ort scheint schlichtweg abgehängt zu sein. Es gibt zwei kleine, nette Cafés, das war’s dann. An der Hauptstraße ist der Alk-Laden, mit der meisten Werbung. Früher stand hier die größte Sägemühle der Welt (!!), heute > tote Hose…

Als wenn das nicht schon schlimm genug ist: der Ort war von den Waldbränden im Juli / August mit am stärksten betroffen > am Höhepunkt war der gesamte Ort mit allen seinen Einwohnern für eine Nacht evakuiert. Am Ende gab es Gott sei Dank keine Toten, aber rund 100 zerstörte Häuser, alle außerhalb, nicht im Städtchen  drin.

Ich bin dann etwas rausgefahren, um Landschaft zu sehen, zumal auf der Karte und auf den Wegweisern der Lake Shastina ausgezeichnet war. Ich also dorthin, folge dem Wegweiser „public access Lake Shastina“, und stehe dann vor einer großen, grünen Ebene. Und es dauerte ein wenig, bis ich erkannte: das soll eigentlich der See sein !!

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Und das nennt man dann wohl unfreiwillige Komik.
Und das nennt man dann wohl unfreiwillige Komik.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich durch den Aufenthalt in Weed selbst schon stoned war und den See einfach nicht mehr gesehen habe und das Grüne halluziniert habe…😁

Aber dafür nochmals eine andere Sicht auf den Mount Shasta erwischt.
Aber dafür nochmals eine andere Sicht auf den Mount Shasta erwischt.

Zum Aufmuntern brauchte es dann wieder zwei Bilder/Sprüche in einem Café:

Rischdisch...
Rischdisch…
Auch unfreiwillige Komik: damals dachte noch niemand an Marihuana-Plätzchen...😁😁
Auch unfreiwillige Komik: damals dachte noch niemand an Marihuana-Plätzchen…😁😁

Ich bin also weiter rumgefahren, um die Gegend und den Ort zu erkunden, und irgendwann dachte ich dann: was machst Du eigentlich hier, was ist Dein Ziel?? Ziel war, morgen den Mount Eddy-Trail zu machen, weil man von diesem Berg einen klasse Blick auf den Mount Shasta haben soll.

Aber: den Mount Shasta hatte ich den ganzen Tag vor Augen. Ja, er ist schön, und ja, er ist beeindruckend. Aber: will ich noch einen weiteren Tag hier verbringen? Nö.

Noch einmal Mount Shasta - im Abendrot.
Noch einmal Mount Shasta – im Abendrot.

Ich werde also morgen weiterfahren Richtung Pazifik-Küste, und dann lieber noch einen Tag in den Redwoods verbringen oder in Mendocino > Marika und ich waren 2016 dort, ein klasse Ort!! Und das bringt mich auf eine wunderbare Idee: ich frage einfach dort nach, ob sie Marika kennen. Sie werden (natürlich) verneinen. Dann kann ich berechtigterweise singen: „Und keiner kennt mein Girl in Mendocino!“ 😂 😂. Das muss man sich mal vorstellen: das hat Michael Holm vor 40 Jahren schon gewusst!! Chapeau, Monsieur Holm.

Mein Highlight (ja, es gab eines…) war eine Kleinigkeit: beim Rumbummeln durch Weed habe ich in einer Seitenstraße folgendes Fenster gesehen:

Genau so isses!!
Genau so isses!!

Allen liebe Grüße!! Und: geht klar durch die Welt, sie ist so viel schöner…😁

Alexander (unstoned…)

 

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