16.9.18 (19. Tag): San Francisco (übers Passiv-Kiffen und einen zweigeteilten Stadtteil)

Das wird heute ein kurzer Blog. Nicht weil es nix zu berichten gibt, sondern weil ich kaputt bin > ich bin 20 km rumgelaufen, in einer wunderschönen Stadt, die sich heute zudem von ihrer sonnigsten Seite gezeigt hat…😁.

Da ich ja gestern auf Marin Headlands keinen Platz mehr fand, um das obligate „Ich, die Brücke und die Stadt“-Foto zu machen, war ich heute schon vor 8.00 Uhr dort. Und es ist immer wieder / immer noch ein atemberaubender Anblick!

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Angel Island > bester Ort, um die Stadt UND die Brücke zu sehen.
Angel Island > bester Ort, um die Stadt UND die Brücke zu sehen.

Von Marin Headlands aus gleich „rüber auf die andere Seite“ > Lands End, einer der ruhigsten Ecken von SF, mit einem sehr schönen Spaziergang entlang der Küste bis an die Brücke. Und wenn man Glück hat – je nach Wasserstand – kann man sogar alte Schiffswracks entdecken, die hier auf Grund gelaufen sind und heute noch dort liegen.

Die Brücke, von Lands End aus.
Die Brücke, von Lands End aus.

Einmal der Länge nach durch den Golden Gate Park zurück Richtung Motel, da ich beim Losfahren morgens gesehen hatte, dass in der Nähe ein Markt / Flohmarkt aufgebaut wurde. Und mal wieder entdeckt, wie unverkrampft die Kalifornier mit dem Thema Marihuana umgehen > es gab einen Stand, an dem nicht nur Werbung dafür gemacht wurde, sondern auch die Anwendungsarten vorgestellt wurden:

...also eigentlich für alles...😁
…also eigentlich für alles…😁

Achja, Thema Marihuana/Gras/Kiffen: eigentlich kann man sich hier das Geld sparen, falls man sich Gras kaufen will > ich bin heute mindestens 20 x durch eine Graswolke durchgelaufen, sodass ich am Ende des Tages einen kompletten Joint intus gehabt haben muss…😁. Aber wahrscheinlich zählt das dann – siehe oben – als gesundheitliche Präventivmaßnahme…😂😂. Vielleicht bin ich deshalb so entspannt…

Nächste Station und Ziel: der Mission District, die „Keimzelle“ von SF mit Mission Dolores, der ältesten Missionskirche der Stadt.

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Es ist ein gutes Stück von Hayes Valley, dem Stadtteil, wo das Motel liegt, zum Mission District, aber das laufe ich alleine schon aus dem Grund, weil es unterwegs immer wieder Beispiele dieser sehr schönen, alten viktorianischen Häuser gibt.Und manchmal aber auch welche, bei denen man Augenkrebs kriegen könnte:

AUA !!!
AUA !!!
okay...
okay…
schon besser...
schon besser…
schon viel besser...
schon viel besser…
oder so...
oder so…

Den Mission District haben Marika und ich 2016 schon mal besucht. Wir hatten damals einen Reiseführer aus 2012, in dem dieser Stadtteil als arm und z.T. auch als gefährlich beschrieben wurde. Uns ist damals schon aufgefallen, dass der Stadtteil dabei ist, sich zu verändern > Buchläden und Cafés hatten schon Einzug gehalten. Und das hat sich weiter verstärkt. Das Viertel ist vor allem für diejenigen interessant, die im Silicon Valley arbeiten, aber in den anderen Stadtteilen keine (bezahlbare) Wohnung finden. Die Mietpreise in SF sind verrückt, und das hat auch was – und das ist für uns in Deutschland gerade sehr interessant – mit der Mietpreisbremse zu tun. In den 1970er-Jahren hat SF eine Mietpreisbremse eingeführt, und diese gilt heute noch. Das hat dazu geführt, dass damals Leute mit wenig Geld sich Wohnungen in diesen schönen viktorianischen Häusern leisten konnten. Das betrifft ca. 70-80% der Häuser in SF. Also eigentlich ganz gut.

Aber was waren die Langzeitfolgen? Ganz einfach: diese Leute sind drin wohnen geblieben, obwohl sie keine Studenten mehr oder Leute mit schlecht bezahlten Jobs sind, sondern richtig gut verdienende Menschen, die nun äußerst günstig wohnen. Und natürlich nicht ausziehen werden.

Die zweite Folge: die Mieten der restlichen 20-30% der Wohnungen sind so explodiert, dass sie niemand bezahlen kann, außer eben die Leute aus dem Silicon Valley. Und der Mission District war halt bisher ein sehr armes Viertel für die sozial schwachen Gruppen, in diesem Fall fast ausschließlich Latinos > hier wird fast nur spanisch gesprochen (übrigens auch aus dem Funk eines Polizisten kam spanisch…).

Man merkt es auch daran, dass – im Vergleich zu vor zwei Jahren – sehr viele Häuser im Mission District derzeit renoviert werden. Und wer hat wohl das Geld, um solche Häuser komplett renovieren zu lassen? Gentrifizierung nennt man sowas…

Auf mich machte der Mission District einen zweigeteilten Eindruck: auf der einen Seite der „Einzug von Geld“ in Form von schicken Kleiderläden, noch mehr Cafés und anderen stylischen Läden, auf der anderen Seite ganze Straßenzüge mit Häusern, denen man ansah, dass da noch der allererste Anstrich drauf ist…

Heute war dort ein Stadtteilfest, und eben geprägt von der Latino-Bevölkerung > laut, schrill, und sehr bunt und damit schön!!

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Die waren klasse!! Und sammelten Geld, um eine Platte zu machen.
Die waren klasse!! Und sammelten Geld, um eine Platte zu machen.
One for the show...
One for the show…

Was mir vor zwei Jahren schon klasse gefallen hat, waren die Wandmalereien > die sind aus einem Sozialprojekt entstanden, und dann hat sich das verselbstständigt. In der Regel thematisieren die Bilder die Geschichte und das Leben der Latinos.

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Und es gab noch eine „Auto-Show“ mit Kisten aus den 1950er bis 1970er Jahren vor allem Cadillacs und Chevrolets, man kennt sie aus den alten Krimis und Detektivfilmen. Es waren bestimmt 40-50 dieser alten Karren, liebevoll gepflegt, und teilweise irre aufgemotzt. Damit ich euch nicht zuwerfe mit Auto-Fotos, hier stellvertretend 4 Beispiele:

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Es gibt aber einen Teil vom Mission District, der war, ist und bleibt wohl zeitlos schön > der Mission Dolores Park:

Im Hintergrund Downtown.
Im Hintergrund Downtown.

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Nachmittags Richtung Fisherman’s Wharf und den Kopf geschüttelt: ich hätte müssen ein Pano-Foto machen, um die gesamte Schlange vor dem Cable Car aufs Foto zu kriegen!!

Viel Spaß beim Warten...
Viel Spaß beim Warten…

Es gibt ganze drei Gründe, um nach Fisherman’s Wharf zu gehen: man will zu Scomas essen gehen (wollte ich nicht…), man will mit der Fähre nach Angel Island oder Sausalito (wollte ich nicht…), oder aber um an der Bay entlang Richtung Fort Mason und Crissy Field zu gehen (wollte ich unbedingt, will ich immer, wenn ich in SF bin…😁).

Und da gibt es (laut Marika) eine Stelle, an der ich angeblich schon zig Fotos von der Golden Gate Bridge und der Abendsonne gemacht habe. Ich kann mich nicht daran erinnern…

Kann man auf dieses Foto verzichten? Nie und nimmer!!
Kann man auf dieses Foto verzichten? Nie und nimmer!!

Und dann bin ich tatsächlich – ich bin nämlich ein Held!! – von Fort Mason aus zurück ans Motel gelaufen, und das heißt: rund 1,5 km den Berg hoch mit Steigungen, die ich teilweise bei den Wanderungen nach Clouds Rest oder zum Lassen Peak nicht hatte!! Oben angekommen, am Lafayette Park, hatte ich das Bier vom Abendessen drei Mal rausgeschwitzt…

Highlight des Tages? Der gesamte Tag war schön > die Sonne schien, ich habe mich treiben lassen und die Stimmung aufgesaugt, und einfach geguckt, gerochen, gehört und geschmeckt…

Aber den Gag des Tages habe ich noch: ich weiß nicht, ob die sich einfach nix dabei gedacht haben oder ob es unfreiwillige Komik ist, aber ich kam beim Rumschlendern an einem Tabakladen vorbei, dessen Auslage folgenden Inhalt hatte:

Ohne Worte...😁😁
Wahrscheinlich alles alte Kunden…😁

Was hatte ich oben geschrieben> kurzer Blog? Naja, hatte nitte geklappte…

Ich wünsche euch allen einen schönen Wochenbeginn!!

Liebe Grüße

Alexander

 

 

 

 

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