19.9.18 (22. Tag): San Francisco (Bye-bye, du schöne Stadt…)

Letzter ganzer Tag hier, morgen geht es heim nach Germany, also auch letzter Blog-Eintrag…

Habe es daher heute sehr gemütlich angehen lassen, wollte an ein paar Ecken vorbei „zum Tschüss-Sagen“, hatte aber auch noch was Neues auf dem Plan. Und damit habe ich auch den Tag begonnen > von Nathalie hatte ich ja zwei Tipps erhalten, einen zur Woodline im Presidio (siehe gestern), und einen zum Salesforce-Park.

Benannt ist der Park nach dem neuen höchsten Gebäude der Stadt, dem Salesforce-Tower. Direkt daneben hat man einen hochmodernen Bus-Terminal erstellt, von hier fahren nicht die Stadtbusse (San Francisco hat übrigens anerkanntermaßen den besten öffentlichen Personennahverkehr der USA!!), sondern die „Überland-Busse“ und die Busse in die Bay-Area. Der Central Terminal der Busse ist im dritten (!!) Stock des Anwesens, und der Park direkt darüber. Und wenn nun einer der Busse unter dem Park im Terminal entlangfährt, löst das die Fontänen im Park obendrüber aus > geniale Idee!!

Und der Park ist nicht klein, er erstreckt sich schon gute 300 m lang, und hat viele unterschiedliche Ecken. Und ist umgeben von Wolkenkratzern…

Rechts: Sensoren erfassen, wenn ein Bus untendrunter fährt, und die Wasserfontänen beginnen mit dem Tempo des Busses zu sprudeln.
Rechts: Sensoren erfassen, wenn ein Bus untendrunter fährt, und die Wasserfontänen beginnen mit dem Tempo des Busses zu sprudeln.

Jedenfalls eine super Idee, man ist tatsächlich in einer kleinen, grünen Oase > dort eine Leseecke, hier wird ein „Writing-Workshop“ abgehalten, dort gibt es die Kakteen-Ecke, und überall kleine Verweil-Nischen.

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Der Salesforce-Tower, der Namensgeber des Parks.
Der Salesforce-Tower, der Namensgeber des Parks.

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Die Angebote werden auch genutzt!!
Die Angebote werden auch genutzt!!

In direkter Nähe zum Salesforce-Tower liegt Embarcadero, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich kein Foto vom Gebäude gemacht habe > das Ferry-Building ist die Hauptanlegestelle für die Fähren aus allen Städten rund um die Bay. Und man hat einen guten Blick auf die Bay-Bridge, die andere große Brücke, die SF mit Oakland, Berkeley usw. verbindet

Bay-Bridge, mit Treasure Island ("Schatzinsel"...)
Bay-Bridge, mit Treasure Island („Schatzinsel“…)

Und weiter geht es mit der Farewell-Tour > vom Ferry-Building hoch auf den Hügel neben dem Telegraph Hill, rein nach Little Italy, und – endlich!! – eine Pizza bei Tony’s > best Pizza in town (ihr werdet keine bessere finden!!). Abteilung „wenn ihr mal nach xy kommt…“ > an der südöstlichen Ecke des Washington Square, einmal als Restaurant, einmal als to go.

Blick vom Ferry-Building auf den Telegraph Hill mit dem Coit Tower.
Blick vom Ferry-Building auf den Telegraph Hill mit dem Coit Tower.
The Pyramid (hatten wir noch nicht...).
The Pyramid (hatten wir noch nicht…).
Auf dem Weg hoch nach Chinatown und Little Italy > die wohnen auch nicht schlecht...
Auf dem Weg hoch nach Chinatown und Little Italy > die da oben wohnen auch nicht schlecht…
Ist ein MUSS!!
Ist ein MUSS!!
Die St. Peter and Paul Kirche am Washington Square.
Die St. Peter and Paul Kirche am Washington Square.

Und dann zur verrücktesten Straße, zumindest der mit den meisten Windungen in San Francisco: der Lombard Street. Der untere, unspektakuläre Teil ist sogar Teil des Highway 101, der berühmte Teil liegt auf dem Russian Hill und hat ein Gefälle von 27%. Aber: zwei Blocks weiter – wir sind immer noch auf dem Russian Hill – ist quasi am selben Hang die Filbert Street, und die hat über 31% Gefälle, und man hat sie nicht durch Kurven entschärft, deshalb wurde sie auch lieber benutzt bei den Filmen mit Verfolgungsjagden in San Francisco.

Lombard Street
Lombard Street

Selbst die Cable Car-Wagen halten gerne hier, weil man neben der Lombard Street vor allem einen klasse Blick auf den Telegraph Hill mit dem Coit Tower hat. Und: man dreht sich um 90° und hat einen super Blick auf Alcatraz inkl. einem Eindruck, wie steil die Straßen hier sind…

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Immer wieder ein klasse Motiv: Coit Tower, rechts die Bay Bridge.
Immer wieder ein klasse Motiv: Coit Tower, rechts die Bay Bridge.
Blick auf Alcatraz und dahinter Angel Island, man sieht hier mal, wie steil es da runter geht.
Blick auf Alcatraz und dahinter Angel Island, man sieht hier mal, wie steil es da runter geht.

Kurzer Zwischenstopp im Motel, dann weiter zur nächsten Runde. Und hier ein weiterer MUSS-Punkt, den ich bisher nicht so beachtet habe, und leider auch das Museum dazu versäumt habe (naja nächstes Mal…😁😁) > die uralten Straßenbahnen, die von Fisherman’s Wharf über das Ferry Building bis zum Castro und darüber hinaus fahren. Man hat in SF in den 50er-Jahren begonnen, die Straßenbahnen aus anderen Städten, die dort den Modernisierungen zum Opfer gefallen waren, aufzukaufen, herzurichten, und diese Strecke (immerhin einige Meilen…) damit zu bedienen. Und ein großer Teil der Strecke führt durch die Market Street > d.h. durch den Financial District und danach durch DAS Shoppingviertel der Stadt. Ich bin mit dem Bus neben einer hergefahren und habe bemerkt, dass sie italienische Bezeichnungen hatte („Uscita“ für Ausstieg), und tatsächlich: es ist eine alte Bahn aus Mailand!!

Ich finde, sie sehen klasse aus…

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Nächstes Ziel war Twin Peaks, aber dieses Mal habe ich nicht den Fehler gemacht wie vor Jahren, als Marika und ich am Castro ausgestiegen sind, dort rumgelaufen sind, und dann zu den Twin Peaks hochgelaufen sind > gefühlt sind das nämlich 2.800 Höhenmeter (okay, vielleicht auch nur 2.500 …😁). Also mit dem Bus hoch, der sich keuchend durch die engen Straßen durchwindet, und am Ende des Busses sitzen so 8-9 junge Typen, alle mit dem Skateboard bewaffnet. Und warum wohl?? Weil sie von da oben mehrere Meilen am Stück „de Bersch runna“ fahren können…

Ich hatte es mehr mit der grandiosen Aussicht, die heute umso besser war, weil es weder vernebelt, noch verhangen oder diesig war. Lediglich in Richtung Golden Gate Bridge war es leicht diesig, sodass man auf den Bildern die Brücke nicht sooo gut erkennen kann. Aber ansonsten: Weltklasse!!

Der volle Blick auf die City, ohne Zoom.
Der volle Blick auf die City, ohne Zoom.
Das grüne ist der Buena Vista Park bei Haight Ashbury, in der Bay ganz klein > Alcatraz, dahinter Angel Island.
Der grüne Fleck ist der Buena Vista Park bei Haight Ashbury, in der Bay ganz klein > Alcatraz, dahinter Angel Island.
Ich finde, ich sehe ziemlich entspannt aus...
Ich finde, ich sehe ziemlich entspannt aus…
Un hier noch der Blick Richtung Pazifik.
Und hier noch der Blick Richtung Pazifik.
Wenn man genau hinschaut, kann man die Golden Gate Bridge erkennen.
Wenn man genau hinschaut, kann man die Golden Gate Bridge in der Bildmitte erkennen.
Und jetzt die City mit Zoom.
Und jetzt die City mit Zoom.

Dann also auch den Berg runter (ohne Skateboard), und einmal durchs Castro, das Schwulen- und Lesbenviertel > bunt wie immer. Und ob ihr es glaubt oder nicht: viele der Häuser sind nochmals eine Spur sauberer, adretter, gepflegter wie in anderen Stadtteilen. Ich glaube, der Einfluss, den dieses Stadtviertel auf die Rechte der Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen hatte und hat, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und es ist gerade mal 40 Jahre her, dass Menschen dafür sterben mussten, wie z.B. der erste offen schwule Stadtabgeordnete Harvey Milk, der zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Moscone (nach dem das Kongresszentrum benannt ist) wegen seiner Aktivistentätigkeit erschossen wurde.

Passen doch beide gut zusammen, oder?
Passen doch beide gut zusammen, oder?

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Es gibt eine Bar, die auch Harvey Milk benannt ist > gutes Essen!!
Es gibt eine Bar, die nach Harvey Milk benannt ist > gutes Essen!!
Das alte Castro-Theatre ist noch voll in betrieb, meist auch mit eher anspruchsvolleren Filmen, wie man sieht...
Das alte Castro-Theatre ist noch voll in Betrieb, meist auch mit eher anspruchsvolleren Filmen, wie man sieht…
Ich habe noch keine größere Regenbogenfahne gesehen.
Ich habe noch keine größere Regenbogenfahne gesehen.

Und jetzt sitze ich in einer abartig lauten Bar in der Nähe meines Motels und will den letzten Teil des Blogs schreiben > die Bars mit angenehmer Lautstärke haben kein Wifi…😒.

Highlight des Tages? Kein explizites, der ganze Tag war ein Abschiednehmen…

Gag des Tages? Keiner zum laut Loslachen.

Aber: zwei Dinge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, eines, was ich mir für uns daheim wünschen würde, und eine Einschätzung der Amerikaner, die vielleicht überraschend ist:

Zum Schmunzeln > a) was man doch alles mit Post-it-Zetteln machen kann, sogar was „Vernünftiges“ > vom Salesforce-Park aus gesehen:
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Zum Schmunzeln b) als ich ins Castro einbog, kam ich an einem alten, bemalten kleinen Wohnmobil vorbei, der am Heck einen klasse Aufkleber hatte:
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Und die Erfahrung, die ich gerne mal bei uns in Deutschland machen würde: Ich bin jeden Tag mit dem Bus gefahren, teilweise mehrfach. Marika und ich hatten in Seattle schon mal die Erfahrung gemacht, und hier ist es mir auch jeden und jeden Tag aufgefallen: die meisten Fahrgäste steigen vorne aus UND BEDANKEN SICH BEIM FAHRER !!!!

Und die Einschätzung , die für uns vielleicht überraschend ist: man kommt mit den Amerikanern, speziell wohl mit den Kaliforniern, sehr gut und sehr schnell ins Gespräch. Und wenn sie mitbekamen, dass ich aus Deutschland komme, kam IMMER, wirklich ohne jede Ausnahme, ein positiver Kommentar zu unserem Land > zur Politik, zur Sicherheit, zur Leistung der Menschen und und und… Und alle, die schon selbst mal in Deutschland waren, erzählten von ihren positiven Erfahrungen und dass sie die Zeit in Deutschland in sehr guter Erinnerung haben.
Einige wissen, dass ich es ein wenig mit den alten Songs habe. Vielleicht kennt der/die ein oder andere Joni Mitchell. Von ihr gibt es einen Song, dessen Refrain dazu passt: „Don’t it always seem to go, that you don’t know what you’ve got ‚til it’s gone!“ (Der Song heißt übrigens „Big yellow Taxi“). Wir wissen teilweise nicht, wie gut wir es haben, wir sollten es uns immer und immer wieder bewusst machen!!

So, das war’s. Drei Wochen Kalifornien, etwas mehr als 2 Wochen Wandern und 1 knappe Woche San Francisco. Es war klasse, und es war auch mal eine richtig gute Erfahrung, das ganz allein zu machen. Aber es gab auch viele, viele Momente, da wäre es doch schöner gewesen, wenn Marika dabei gewesen wäre; vor allem bei den Punkten, die wir schon mal zusammen gemacht haben, kam Wehmut auf…

Bei den für mich neuen Punkten, Orten und Erfahrungen überwog die Neugier, und da gab es ja einige davon. Schön war: es gab viele Ecken, die ich dachte zu kennen, und dann siehst du sie plötzlich mit einem anderen Blick. Steve Jobs hat mal gesagt: „Stay hungry, stay foolish!“

Ich habe keine Ahnung, wer den Blog gelesen hat, ich habe hierzu keine Rückmeldung, nicht wie beim Whattsapp-Status (vielen Dank an Heike sowie an Bernd und Gisi für ihre Kommentare!!).
Ich hoffe es hat Spaß gemacht, es war kurzweilig, und hat Appetit gemacht.

Und jetzt freue ich mich auf daheim, auf die Freunde und und und…

Allen ganz lieb Grüße!!

Alexander

 

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